Der Anbau von Dinkel
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Dinkel ist eine sehr alte Getreideart, die besonders zu Zeiten von Hildegard von Bingen kultiviert und geschätzt wurde. Denn dank seiner Eigenschaft als pflegeleichtes Getreide, das auf nährstoffarmen Böden wächst und raues Klima verträgt, fand Dinkel schnell seinen festen Platz in der Landwirtschaft. In Deutschland wird das robuste Getreide heute überwiegend im Bauland bei Tauberbischofsheim und in der Schwäbischen Alb angebaut.
Ein weiterer Aspekt, der Dinkel für die Landwirtschaft so interessant macht, ist seine geringe Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Pflanzenkrankheiten, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum beschränkt. Die Wissenschaft beschäftigt sich sogar mit der Etablierung eines Pflanzenbehandlungsmittels zur Düngung und zur Krankheits- und Schädlingsbekämpfung, das auf Dinkel basiert. Trotz dieser Vorteile verlor Dinkel jedoch seine Bedeutung in der Landwirtschaft. Wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts etwa 400 000 ha mit Dinkel bewirtschaftet, so belief sich die Anbaufläche im Jahr 2004 auf nur ca. 850 ha. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die erzielten Erträge, die deutlich unter denen des Weizens liegen. Denn zum einen wurde Weizen im Gegensatz zu Dinkel durch neue Sorten auf immer höhere Erträge gezüchtet. Zum anderen benötigt Dinkel einen größeren Zeilenabstand der einzelnen Pflanzen. Vielleicht spielte für die rückläufige Verwendung des Dinkels aber auch die Spelze eine Rolle, die das Dinkelkorn zwar vollständig umgibt und somit schützt aber erst in einem aufwändigen Arbeitsgang, dem Gerben, entfernt werden muss. Heute wird der Dinkel dank der zunehmenden Nachfrage nach einer größeren Vielfalt in und an Lebensmitteln neu entdeckt und findet in den unterschiedlichsten Lebensmitteln Verwendung, so dass die Anbauflächen des Dinkels auch wieder wachsen werden. |
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